• Marcel Fantoni

Trage Deiner Zeit Sorge!

Prüfungen, Seminararbeiten, Abschlussarbeiten…


Die Student*innen verlieren in diesen Tagen jede Menge Schlaf, denn die Universität will Ergebnisse sehen!

Und die Umgebung, also Eltern, Freunde, andere Menschen? Ich habe wieder einmal mitgezittert. Gestern um 20.00 Uhr schloss der Postschalter der Sihlpost in Zürich und die Arbeit «meiner» Studentin wurde gerade noch rechtzeitig abgegeben, genauer gesagt 19:53 Uhr - steht auf der Quittung. Tausenden von Menschen geht es sicher auch so.


Eigentlich sollte ein Verein «Zitternder Mitmensch» gegründet werden. Ist das wirklich ein Problem das wichtig ist? Was soll diese Frage? Wer eine solche Frage stellt, hat einfach keine Ahnung. Meine Zeit an der ETH liegt schon Jahrzehnte zurück, genauer gesagt 36 Jahre. Ich habe den Eindruck, dass heute viel mehr gefordert wird. Mit der Einführung des Bologna-Systems kämpfen die Student*innen um Punkte, Punkte und nochmals Punkte.

Warum dieser Stress mit den Zeitverhältnissen?

Es fehlt eindeutig an einer Ausbildung im Umgang mit der Zeit! Die Schlüsselfragen zum Erfolg heissen: Wie schütze ich meine Zeit? Wie verwalte ich meine Zeit? Wann mache ich einen Zeitplan? Was bedeuten Zeitreserven? Kann ich Zeit gewinnen?

Jetzt schaue ich zurück in meine Vergangenheit als ehemaliger Kommandant (Direktor) der Generalstabsschule der Schweizer Armee und der Umgang mit der Zeit war eines meiner grössten Anliegen.


Fazit: 1. Die Zeit ist mein wichtigster «Rohstoff». Ich hüte sie wie meinen Augapfel. 2. Habe ich nur zwei Stunden Zeit bis zum Beginn einer Aktion: Fokus, Fokus, Fokus… Was ist das Wichtigste? Wenn mir das klar ist, dann beginnen. Genau die Fragestellung lesen und Antworten schriftlich notieren. In den letzten 15 Minuten Prioritäten setzen. Fertig! Zuerst – danach – weiter!

3. Habe ich mehr als zwei Stunden zur Verfügung, plane ich schriftlich. Auf einem Handzettel notiere ich mögliche Tätigkeiten, die Dauer schätze ich und danach arbeite ich aktiv mit dieser Handnotiz.

4. Immer, immer, immer… plane ich Reserven mit meiner Zeit. Beispiel: ich habe einen Monat (4 Wochen) Zeit für die Arbeit. Dann plane ich drei Wochen und nehme eine Woche als Reserve.

5. Reserven gehören auch zu meinem Energiehaushalt! Nach 45 Minuten stehe ich vom Arbeitstisch auf, atme ganz bewusst 5mal tief ein und aus. Nach fünf Minuten geht es weiter. Nach total 4 Stunden nehme ich eine halbe Stunde Pause, nach Möglichkeit gehe ich an die frische Luft. Weiter!

6. Ich kann keine Zeit gewinnen, nur verlieren.

7. Bin ich allenfalls Chef*in, das heisst ich führe ein Team von maximal 8 Menschen, dann gehören dreiviertel der Gesamtzeit meinem Team und ein Viertel mir.

8. Zur abgemachten Zeit ist meine Arbeit fertig!

9. Nachher werte ich meinen Zeitplan aus, sammle so Erfahrungen im Umgang mit der Zeit und ich lerne. Ich werde so auch besser.



Wichtig: Trage Deiner Zeit Sorge!


Fröhliche Grüsse Dein Zuhörer Marcel Fantoni


PS: Bis am kommenden Sonntag, ich freue mich!

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