• Marcel Fantoni

Trägst du einen, zwei oder gar drei Rucksäcke?

Vor 13 Jahren habe ich eine Zeichnung gemalt, die ich jetzt in den Händen halte. Sie gefällt mir sehr gut und ich beschreibe sie dir (zeichne doch gleich mit und beachte das Postskriptum):


Ein Strichmännchen trägt einen schweren Rucksack, der gefüllt ist mit Kilos und mit «Sorgos». Das Wort habe ich 2006 erfunden. Ich wollte damit die Sorgen, die sich im Rucksack befinden, beschreiben.

Über dem Strichmännchen entlädt sich ein Gewitter, es regnet heftig und Blitze erhellen die Dunkelheit. Das Männchen geht auf seinem Lebensweg vorwärts. Den Weg habe ich als Treppe dargestellt und zwar geht dieser «Lebens»-Weg immer vorwärts und immer aufwärts.


Die einzelnen Stufen der Treppe habe ich mit Buchstaben verziert und zwar mit A, P und mit D.

A steht für Aufgaben. Diese sind zu erledigen. P steht für Probleme. Diese sind zu lösen. D steht für Dilemma. Diese sind durch einen Entscheid weiterzuführen.


Damals war ich der Meinung, dass die Treppe von Chefs zu besteigen sei, also von Leadern, Leitenden oder Leidenden!

Mit der Zeit erarbeitete ich mir weitere Erkenntnisse. So sehe ich heute das Bild als Symbol für alle Menschen, denn alle sind unterwegs und tragen ihren Rucksack des Lebens. Die drei Worte Aufgaben, Probleme und Dilemma treffen in jedem Augenblick des Lebens zu. Die Einteilung erfolgt, meiner Meinung nach, von aussen oder von innen.


Jeder Rucksack ist mit Kilos und «Sorgos» gefüllt und so versucht der Mensch seinen Lebensweg zu bewältigen. Der Rucksack ist auch angeschrieben und zwar mit den Worten ICH, DU, WIR, Andere und ZEIT.

Die Worte haben entweder in meinem Rucksack Raum oder ich trage weitere Rucksäcke mit mir die Treppe hoch. Der Zeit-Rucksack (= ich will alles und ich will es jetzt) kann so schwer sein, dass er mich ins Taumeln bringt. Der Wir-Rucksack (= du nervst mich, weil du mir nie zuhörst) hat einen sehr grossen Einfluss auf meine Leistung bei der Arbeit. Drei Rucksäcke kann ich tragen. Ich kann mir auch Geh-Hilfen kaufen, wie sie zum Beispiel die Soldaten der USA verwenden. Bis zu 80kg können mit den Hilfsmitteln getragen werden. Und dann?


Ich bin gefordert, gleichzeitig oder später sogar überfordert.


Jeder Mensch ist mit seinem Rucksack (Säcken) unterwegs und wenn ich ihm begegne, beeinflussen unsere Rucksäcke die Begegnung.

Ein Beispiel aus dem Leben: Adam betritt einen Laden und möchte etwas kaufen. Der Verkäufer verpackt Pralinen, er sieht Adam, aber reagiert nicht. Er arbeitet weiter und lässt Adam stehen. Einfach! Adam verlässt den Laden und kauft an einem anderen Ort ein. Schwierig! Adam beschwert sich heftig, verlässt den Laden schimpfend. Kompliziert! Beide Personen beginnen zu streiten.

Die Frage stellt sich, wie sehen die Rucksäcke von Adam und dem Verkäufer aus? Adam sucht seit Monaten eine Stelle. Mit den Pralinen wollte er seiner kranken Ehefrau eine Freude machen. Er ist enttäuscht und sagt: «Alle Menschen sind gegen mich! Ich will freundlich bedient werden. So etwas lasse ich mir nicht bieten.»

Der Verkäufer hingegen wurde während dem Vormittag von mehreren Kunden unfreundlich behandelt. Danach wurde er vom Chef ungerecht kritisiert. Der Verkäufer arbeitet als Aushilfe, eigentlich ist er Student. Gestern erhielt er den Bescheid, dass er die entscheidende Prüfung nicht bestanden hat. Er fragt sich: «Wie geht mein Leben weiter?» So grübelt er vor sich hin und jetzt… noch ein Kunde.


Unsere Rucksäcke begleiten uns immer und je nach Last ist das Leben einfach oder schwierig.


Je nach Last geht es mir gut, sehr gut sogar oder die Rucksäcke erdrücken mich und ich denke: «Ich kann nicht mehr. Mir ist alles verleidet. Warum immer ich?»



Der Zuhörer versteht dich. Er hört dir zu!


Fröhliche Grüsse


Dein Zuhörer

Marcel Fantoni


Bis am kommenden Sonntag, ich freue mich!


PS: Möchtest du meine Zeichnung? Sende mir ein Mail an mail@marcelfantoni.ch und du bekommst die Zeichnung geschenkt 😊

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