• marcelfantoni

Leider! Das Bemühen benötigt Selbstbeherrschung.

Leider

So ist’s in alter Zeit gewesen, so ist es, fürcht ich, auch noch heut. Wer nicht besonders auserlesen, dem macht die Tugend Schwierigkeit. Aufsteigend musst du dich bemühen, doch ohne Mühe sinkest du. Der Liebe Gott muss immer ziehen, dem Teufel fällt’s von selber zu.


Von Wilhelm Busch (1832-1908)


Nein, ich kaufe mir keinen Ferrari! Männer in meinem Alter, mit grösserem Portemonnaie als meines, kaufen sich oft einen Oldtimer und kurven damit mit grossem Vergnügen über die Strassen! Ich liebe diese Bilder und die alten Autos! Die Erinnerungen an meine Kindheit werden wach. Wilhelm Busch hätte sehr viel Freude an mir gehabt, denn zu Max und Moritz hätte er mich dazu genommen, so M&M&M, dabei wäre ich der schlimmste Lausbub gewesen. Für diese Behauptung hätte ich viele, ehrlich sehr viele Beispiele zu erzählen. Nur ein Beispiel: Als Kindergärtler wurde ich mehrmals von der Polizei gesucht... denn richtige Baustellen gefielen mir einfach besser, als so blöde Holzklötze aufeinander zu legen...



Mit dem Ferrari auf dem Bild wurde 1952 Autorennen gefahren und mein Sohn hat mir dieses kleine Modellauto einmal zum Geburtstag geschenkt. Wenn ich es rückwärts bewege, dann lädt sich ein kleines Schwungrad auf und das Wägelchen fährt nach dem loslassen rassig vorwärts. So wie damals...

Drei Minuten von unserem Haus entfernt, steht die Ferrari-Garage von FOITEK. Der Sohn fuhr einmal in der Formel 1 mit! Ich schaue oft in die Schaufenster hinein und seit Wochen steht ein wunderbarer Ferrari dort, ein Renner mit der Startnummer 27 auf der Türe gross gemalt... träumen...


Dort passt das Auto wunderbar hinein und wenn ich mir vorstelle... er gehörte mir... wunderbar... schrecklich. Jetzt kosten mich die Blicke nichts, wenn ich den Renner fahren würde... dann würde es mich beim heutigen Regenwetter gleich vor der Garage drehen... dann würde ich durch den Üetliberg-Tunnel donnern um den Sound zu geniessen, dass tun übrigens sehr viele Sportwagenfahrer beinahe täglich... dann die Polizei... ein kleines Rennen... und schon sässe ich... Weinen wegen den Beulen, weil es mich auf der Flucht vor der Polizei drehte... Einvernahme durch den Staatsanwalt... Busse... Gefängnis? Ja, denn mit der Nummer 27 würde ich es wieder tun... die Wiederholung...


Bin ich froh, gehört mir die rassige und bildschöne Nummer 27 nicht.


Selbstbeherrschung

Die habe ich ja im Gepäck für meine Wanderung nach Innen. Dies bedeutet Verzicht, Distanz, loslassen, bewusst kaufen, träumen...

Es gibt so vieles, was ich nicht brauche. So kann ich mit leichtem, sehr leichtem Gepäck durch mein Leben reisen.

Deshalb gehe ich so gerne in der Stadt Zürich bummeln, denn da kann ich in die Schaufenster gucken, Dinge bewundern, die mir zwar gefallen, aber die ich nicht brauche! Beispiel: Uhren!

Nur anschauen, so wurde ich erzogen. Nicht berühren!

Heute kann ich auf vieles verzichten, auch auf die Nummer 27!

"Bliib gsund und heb dir Sorg!"


Herzliche und fröhliche Grüsse

Marcel - dein Wort-Maler und Zuhörer



Zitat:

"Nicht jeder Herbst füllt die Vorratsspeicher" aus Estland

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