• marcelfantoni

Leben in der Hölle für immer!


Bild auf mein Glücksbuch geklebt!

Leben in der Hölle für immer!

(Blog Beitrag Nr.9)

Eines meiner Lieblingskunstwerke ist bekanntermassen das Höllentor von Auguste RODIN, welches auf meiner Website mehrmals gezeigt wird. Das Kunstwerk steht in Zürich vor dem Kunsthaus. RODIN nahm die «Göttliche Komödie» von DANTE als Vorbild für seinen «Besuch» in der Hölle und das Umsetzen in die kleinen Plastiken. In dieser Woche habe ich die Hölle besucht, also zumindest kam mir der Ort so vor. Ich habe einen Mann in einer geschlossenen Demenzabteilung besucht. Ich kenne ihn seit mehr als zwanzig Jahren und wir haben uns in unserem Verein praktisch jeden Monat getroffen. Und heute diese Krankheit: Demenz! Nach einiger Zeit verabschiedete ich mich von ihm. Die Engel (Betreuerinnen) haben mich mit ihrer unglaublichen Hilfsbereitschaft und Geduld, die sie echt leben, getröstet. Voller Fragen stand ich im Ausgang des Heimes und ging leicht (stark) verunsichert nach Hause. Hat er mich gekannt? Da er nur mit «Ja» oder einem energischen «Nein» auf die Frage nach dem Essen, an unserem «Gespräch» teilnahm, nach 30 Sekunden am Tisch sitzend aufstand, einige Schritte ging, zurückkam auf Hinweis der Betreuerin, wieder wegging und das fortlaufend… nahm meine Überforderung zu. Was soll ich tun? Was fragen? Genügt mein Lächeln und mein präsent sein? Seine dunklen Augen hielt er auf mich gerichtet, das Gesicht ohne Emotionen, fast wie eine Maske, sehr streng… war er hier? Wo war er? Leidet er? Nimmt er seinen Zustand war? Fragen, Fragen, Fragen… Diesen zweiten Halt auf meiner Reise nach Innen werde ich nie mehr vergessen. Wann merkt eigentlich ein an Demenz erkrankter Mensch, wann der «Abstieg» beginnt? Wie gehen Angehörige damit um? Wie gehen Menschen mit dem Thema um, die in den Pflegeeinrichtungen arbeiten? Wie können sie ihren Energie-Pegel bewahren? Im Internet suchte ich nach Antworten! Die Fachleute meinen, dass heute ca. 46,8 Millionen Menschen weltweit von der Demenz (mehr als 50 verschiedene Krankheiten) betroffen sind. Die Tendenz sei stark zunehmend. Im Jahr 2030 rechnen sie mit mindesten 74,1 Millionen. Bin ich dann auch betroffen? Zum Glück weiss ich es nicht!

Das Gedicht vom römischen Dichter HORAZ tröstet mich: «Glücklich der Mensch, glücklich er allein, Der das Heute ganz besitzen kann. Der in sich ruhen sagen kann: «Das Morgen, sei es noch so schlimm, Ich habe heut’ gelebt.»


Auf Wiederlesen Nachdenkliche Grüsse und bis bald! Dein Zuhörer Marcel Fantoni


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