• marcelfantoni

In welcher Zeit lebst du am meisten? Gestern? Heute? Morgen?

Diese Frage beschäftigt mich seit Wochen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich vor kurzem in meinem 5. Leben (= Rent-a-General) ein wunderbares Seminar, in einer international tätigen Firma, leiten durfte. Mit 29 Teilnehmern, Frauen und Männer, alle auf eindrücklicher Führungsstufe tätig. Es ging um die militärischen Führungsprozesse… da kam mein «Gestern» etwas zurück. Sogar mein Englisch funktioniert noch. «Good heavens», da hätte Mrs. Beeham vor Freude geweint. Sie war meine erste «Schlummermutter» in England (1969, die Mondlandung habe ich mit ihr gemeinsam im alten Schwarz-weiss TV verfolgt). Mit 67 Jahren finde ich es auch normal, dass ich bereits oft von «Gestern» spreche. Zu oft? Meine fünf Leben haben mich geprägt und prägen mich immer noch. So habe ich immer Verständnis für Lausbuben, war ich in meinem «Max und Moritz»-Leben doch selber Einer, ein richtiger Lausbube. Liebe Lehrer, es tut mir auch heute noch nicht leid! Lebe ich im «Morgen»? Mache ich mir viele, zu viele Sorgen? Wahrscheinlich! Die Welt wird nicht untergehen und ich kann nur sehr wenig beeinflussen. Auch in meinem eigenen Leben nicht. Beispiel: Gesundheit. Eigentlich will ich immer im «Hier und Jetzt» leben. Genau «Jetzt!» Da fühle ich mich frei. Frei gegenüber Leiden, Nachrichten, Medien, Menschen. Frei im Geist. Ich kann frei entscheiden. So springe ich fröhlich aus meinem «Kopf-Gefängnis» und springe vor Freude gleich 10 Meter in die Höhe, fliege über die Grossbaustelle Limmattalbahn, fliege jetzt (06.26 Uhr) dem Morgenlicht entgegen. Frei! Hier und Jetzt – genau in diesem Moment bin ich frei. Ich bestimme dies selbst. Ich! Jetzt! Danke!

Eine traditionelle Geschichte aus dem Zen-Buddhismus. Ein alter Zenmeister wird gefragt, wie er es schafft, trotz seiner vielen Verpflichtungen so konzentriert zu sein. Er antwortet: «Wenn ich liege, dann liege ich, wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf, wenn ich sitze, dann sitze ich…» «Das tun wir doch auch, was tust du noch?», fragen seine Schüler. «Wenn ich liege, dann liege ich, wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf, wenn ich sitze, dann sitze ich…» Seine Schüler unterbrechen. «Das tun wir auch, sage uns endlich, was das Besondere bei dir ist!» Der Meister antwortet: «Ihr tut das nicht. Wenn ihr liegt, dann steht ihr schon auf, wenn ihr aufsteht, dann sitzt ihr schon…»

In dieser Geschichte finde ich sehr viel Trost auf meinem Weg ins «Jetzt-Leben!»


Die letzten Worte gehören, wie immer, Hans im Glück:

«So glücklich wie ich», rief er aus, «gibt es keinen Menschen unter der Sonne!» Mit leichtem Herzen und frei von aller Last, sprang er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter war.


Auf Wiederlesen Fröhliche Grüsse und bis bald! Dein Zuhörer Marcel Fantoni


Zitat der Woche:

Seid selber, was ihr aus anderen bilden wollt; das ist die ganze Erziehungsweisheit. Johann Michael Sailer (deutscher Bischof, 1751-1832)

Jede Woche male ich ein Wort-Bild mit meinen Gedanken. Ich male über Gelesenes, Gesehenes, Gehörtes, Gefundenes (Zitat), Geglaubtes, Ge…. Eben alles was mich interessiert, beschäftigt und meine grauen Zellen durcheinanderwirbelt und vernetzt.

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