• marcelfantoni

Gestern feierte ich meinen Lieblingstag!

Ich verrate dir ein Geheimnis:

Mein Leben besteht nur aus Lieblingstagen.

Ich lebe heute und jetzt, also an meinem Lieblingstag! Ich nenne meinen Tag wie ich will! Lieblingstag!


Gestern:

Um 10.20 "rannte" ich buchstäblich ins Kunsthaus zu "meiner" Lieblingsfigur, dem "Taumelnden Mann": Das Bild zeigt den Mann, im Hintergrund "Der Wagen, 1950" mit einer Frau darauf stehend und ich habe mit meinen Augen (dem Handy) die beiden Werke verbunden, also "verheiratet". Dies gehört zu meiner "Arbeit" im Museum und zwar die Fragestellung: Kann ich die Kunstwerke verbinden, zusammenführen, mit neuem Leben füllen? Dieses Bild habe ich am 23. Januar 2018 "gefunden."


Ich freute mich. Vor Aufregung habe ich schlecht geschlafen. Vor dem Museum begann die erste Überraschung, denn "mein" Höllentor steht wieder am alten Ort, d.h. vor dem Haupteingang. Schade, eigentlich! Auf dem "Lydia Welti-Escher" Platz war das Höllentor an einem ruhigeren Ort, als gegenüber dem Heimplatz! Sehr viel Verkehr. Der umgebaute Eingang des Kunsthauses gefällt mir sehr gut. Hell. Offen. Viele Sitzplätze im Bereich der Bar. Dem ersten Ordner habe ich meine Jahreskarte gezeigt, weiter, weiter... Richtung Giacometti und dann... der Aufgang ist abgesperrt. Warum? Es werden die Fenster ersetzt, war die Antwort. Dauer? Unklar! Aber "mein" Giacometti... muss warten... wie so oft in der Virus-Zeit... warten.

"Da sass ich nun, ich armer Tor und war so klug als wie zuvor"... und da sah ich buchstäblich die grosse Schrift an der Wand: Ottilia Giacometti, die Sonderausstellung über die Schwester von Alberto!

Der Besuch lohnte sich sehr. Ottilia war die kleine Schwester von Alberto Giacometti. Sie wurde nur 33 Jahre alt, denn sie starb zwei Tage nach einer schweren Geburt. Alberto malte sie oft und so auch zuletzt auf dem Totenbett liegend. Diese Bilder sind auch ausgestellt und sie haben mich tief beeindruckt, berührt.

Ein echter Höhepunkt sind dann die Kurzfilme, die auf 2 TVs gleichzeitig laufen... in einem kleinen Saal, davor stehen 5 Stühle und während mehr als 30 Minuten habe ich mir die "Lebensfragmente" angeschaut, Normal8-Filme, gedreht von ihrem Ehemann Francis Berthoud, in den Jahren 1932-1941. Sehr eindrücklich und die Zeit für die Lebensfragmente sollte sich der Besucher unbedingt nehmen. Die Filme zeigen die Familie Giacometti auf berührende Art und weise. Übrigens: alle rauchen unaufhörlich. Damals sprach man offenbar noch nicht vom "Rauchen ist gefährlich...". Die Zigarette war ein Statussymbol.


Mein Lieblingstag hatte noch einen zweiten Höhepunkt bereit:

Nach wochenlangem Warten, besuchten wir wieder einmal unser Lieblingsrestaurant in Aeugstertal, in der Nähe vom Türlersee. Es war ein wunderbarer Abend!


Der Kugelbrunnen, den ich auch oft besuche und der seit 1984 Gross und Klein fasziniert, steht im Seefeld. In der Nähe steht auch ein Kunstwerk von Tinguely und so schliesst sich der Kreis zwischen dem Hauptbahnhof, dem Schutzengel und dem Stadtrand beim Bahnhof Tiefenbrunnen. Das Ehepaar Niki de Saint-Phalle und Jean Tinguely umrahmt mit seinen Werken eine wunderbare Welt! Meine Welt des Träumens, des Bummelns, des Staunens...

Läuft das Wasser im Brunnen, kann ich mit dem Zeigefinger 1000 Kilogramm bewegen, locker, leicht die Richtung der Kugel verändern... da hüpft mein Herz und das Kind in mir lebt! Und wieder ein Lieblingstag!


In meiner Gefängniszeit, also in meiner Virus-Schutzhaft, helfen mir Bilder beim Überleben. Heute habe ich dank meinem Handy riesige Chancen schöne Augenblicke, Orte, Bilder... festzuhalten und ich habe sie immer bei mir. Ein Knopfdruck und ich lebe in meiner Bilder-Welt. Ein Traum. Mein kleines Paradies.


Versuche es auch! Stell dir einen Notvorrat zusammen und du wirst überrascht sein, wie wenig es braucht, um im Glück zu versinken.

Ich liebe Bilder!


Zitat:

Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst." Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin 1830-1916)


Bliib gsund!


Herzliche, fröhliche und friedliche Grüsse

Marcel

Dein Wort-Maler und Zuhörer

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