• marcelfantoni

Freust du dich auf deine "Bonzenfasnacht?" (1)

Ja, ich freue mich auf das Sechseläuten und wie!!! Die oben gestellte Frage, die ich jedes Jahr von einer guten Kollegin gestellt bekam, führte immer zu sehr guten Gesprächen. Unsere Pferde musste jeweils etwas warten... Tatsächlich haben beide Recht! Sie kannte einen "Bonzen" und für mich ist das Zunftwesen unglaublich wichtig und auch ein schönes Geschenk auf meinem Lebensweg.

Die Fakten: - ich bin Zünfter in der Stadtzunft (www.stadtzunft.ch) - gegründet 1867 im Restaurant Schwanen, unserem Wappentier. Wir sind keine historische Zunft. Die gibt es seit 1336!

- 1985 durfte ich das erste Mal am Zug zum Böögg mitmarschieren

- Meine Einladung war ein reiner Glücksfall. Mein Schwiegervater war eingeladen, aber er sagte zu seinem Bekannten, der ihn eingeladen hat: "Nimm doch bitte meinen Schwiegersohn mit. Er ist Infanterist! Er liebt das marschieren."

- Es war einfach unglaublich... Geselligkeit, feines Essen, hervorragende und andere Reden, wenig zum Trinken(?), fröhliche Gesellschaft, ein wunderbarer Umzug, fröhliche Menschen, Musik... Trubel... bereits beim ersten Mal kam ich erst am Dienstag nach Hause... da begann meine "Tradition" des "hockenbleibens…"


(Taschenböögg, hergestellt im RGZ, er steht jedes Jahr für 2 Wochen auf unserem Esstisch. Und ehrlich, am vergangenen Montag, beim Zusammensetzen des Kleinen, habe ich Tränen vor Enttäuschung vergossen. So viel Wehmut und Traurigkeit!)


Bonzen? Ja, sicher, auch, aber... mein Vater war Maurer, er wanderte vom Wallis nach Winterthur aus...katholisch... und sein Sohn in einer Zunft? Unglaublich. Mein Vater könnte dies nie verstehen, aber er wäre sicher sehr stolz auf mich.


So wäre am kommenden Montag mein SL Nr. 36... aber... das Virus hat uns verjagt. Letztes Jahr war ich schon nicht dabei, denn meine liebste Schwiegermutter starb so völlig überraschend am Freitag vor dem Fest!


Bonzen? Nur wenige, wirklich wenige Ausnahmen, der Rest ist "stinknormal", arbeitet und feiert!


Mir half immer, wie so oft in meinem Leben,

Wilhelm Busch:


"Früher, da ich unerfahrner und bescheidner war als heute, hatten meine höchste Achtung andre Leute. Später traf ich auf der Weide ausser mir noch mehre Kälber, und nun schätz ich, so zu sagen, Erst mich selber."


Und das schöne Wetter... wie oft watschelte ich mit pflotschnassen Füssen in der Stadt Zürich herum...


Ja, ok, vielleicht 2021! Ausser das Virus hat noch eine Schwester, danach einen Bruder... einen Onkel... eine sehr grosse Verwandtschaft!

Also, lieber Böögg, bis 2058 muss das Sechseläuten stattfinden, denn im Sommer 2058, im Alter von 106 Jahren, werde ich beim Salsa-Tanzen sanft...


Morgen fände der Kinderumzug statt... ich werde meine Eindrücke dazu aufschreiben!


Herzliche und fröhliche Grüsse

Blib gsund!


Marcel - dein Zuhörer und Alt-Zunftmeister




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