• marcelfantoni

Es war einmal... ein Wassertropfen


Auf einem Bummel der Limmat entlang gefunden

Der alte Mann und der sprechende Regentropfen (Blog Beitrag Nr.12) Es war einmal ein alter Mann, der sass auf einer weissen Bank vor einem kleinen weissen Häuschen. Die Sonne schien, es war sehr ruhig, auch die Vögel hielten ihre Mittagspause. Plötzlich wurde der Alte wach, denn er hörte eine feine Stimme, die ihn etwas fragte: «Kannst du bitte etwas auf die Seite rutschen. Ich brauche mehr Schatten!» Der Alte schaute verwundert um sich. Doch er sah niemanden. «Rutsch etwas zur Seite, ich brauche Schatten, sonst verdunste ich». Der alte Mann schaute sich um und da sah er neben sich einen kleinen Wassertropfen und so bewegte er sich ein wenig zur Seite. «Danke!», sagte der kleine Tropfen.» Der Mann rieb sich verwundert die Augen und er neigte sich zum Wassertropfen hin. «Kannst du sprechen?», fragte er den Tropfen. «Ja, sag es nicht weiter. Wenn du mich hüten willst, dann bleibe ich bei dir.» So kamen die zwei miteinander ins Gespräch. Der Wassertropfen erklärte dem alten Mann mit ernster Stimme, dass eigentlich alle Wassertropfen sprechen können. Nur die Menschen wollen oder können ihnen nicht zuhören. «Uns Wassertropfen gibt es in verschiedenen Formen, mal als einzelner Tropfen, mal als Meer, mal als Schneeflocke, mal als Lawine, mal als Gletscher, mal als Nebel, mal als Wolke… überall sind wir. Und wir sind stark, sehr sogar. Da wo deine Bank steht, war vor langer, sehr langer Zeit einmal ein Gletscher.» «Und was tust du hier?», fragte der Mann. «Ich bin einsam und ich habe dich auserwählt um mich zu hüten. Ein wenig Wasser genügt mir und ich bleibe immer bei dir. So können wir uns unterhalten. Ich weiss alles. Du bestehst zu 70% aus Wasser. Übrigens auch dein Gehirn. Ich und meine Freunde halten dich am Leben», erklärte der Tropfen. Der alte Mann lächelte und sagte sich, warum soll ich es nicht ausprobieren? Einen sprechenden Wassertropfen zu hüten ist wirklich etwas Neues. Wasser ist ein sehr wertvolles Gut und der Tropfen meinte, ich sei selber aus Wasser, also immerhin zu 70%. Was soll ich mit dem Wassertropfen besprechen? Am besten frage ich ihn: «Lieber Wassertropfen, wie hast du mich gefunden?». Die Antwort kam sofort. «Gestern Abend, als ein Gewitter über die Stadt ging, da sass ich an deinem Fenster zusammen mit meinen Schwestern und Brüder. Ich habe dir zugeschaut, wie du auf dem Bildschirm die Zahlen von 1 bis 10 auf Spanisch geübt hast. Du brauchst diese Zahlen für deinen Salsa-Tanz, also uno, dos, tres… cinco, seis, siete… Salsa habe ich dich in einem Club tanzen sehen… aber jetzt muss ich gehen, sayonara… ich komme bald wieder. Schau die Wassertropfen genau an, so findest du mich». Der alte Mann staunte. Er wollte den Tropfen fragen, aber der antwortete nicht mehr. So schaute der Mann ganz genau jeden Wassertropfen an… wann kommt der sprechende Tropfen wieder? Suche ihn auch. Wir finden ihn bestimmt.


Die letzten Worte gehören jeden Sonntag Hans im Glück: «So glücklich wie ich», rief er aus, «gibt es keinen Menschen unter der Sonne!» Mit leichtem Herzen und frei von aller Last, sprang er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter war.

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Fröhliche Grüsse und bis bald! Dein Zuhörer Marcel Fantoni

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