• marcelfantoni

Da draussen leben ja Menschen! Unglaublich!

Vor sieben Wochen war ich das letzte Mal unter Menschen! Also eine Stunde pro Tag bin ich heimlich um den Türlersee gebummelt, aber sehr früh am Morgen, das zählt nicht... der Rest Hausarrest. Im Militär wäre das früher scharfer Arrest gewesen: 23 Stunden "Kiste", eine Stunde pro Tag begleiteter Spaziergang im Freien!, maximal 20 Tage waren möglich.

2020: sind 47 Tage scharfer Arrest möglich, ohne dass ich...


Heute morgen fuhren wir nach Baden und wir gingen zu Sandro, unserem Coiffeur. Bereits vom Parkhaus zum Coiffeur bin ich Menschen begegnet... lebendigen Menschen... dann beim Coiffeur Maske fassen... wieder ein paar Lebende... Ich war dabei ziemlich aufgeregt. Menschen!

Hat mich mein Arrest verändert? Ich bin leicht verunsichert. Bin ich etwa menschenscheu geworden? Hinter meiner Maske versteckt, wollte ich fragen... aber meine Brille lief an.

Und meine Frau erduldet das an jedem Arbeitstag!


Bin ich froh, dass wir auf schnellstem Weg wieder nach Hause gefahren sind. Kein Kaffee im Tea Room, kein Einkauf...

Rasch nach Hause.

Zurück in meine Zelle. Da ist es mir wohl!

Wie lange noch?




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Buch GLÜCK, Seite 233

Zitat von André Comte-Sponville:

«Der einfache Mensch lebt, wie er atmet, genauso unangestrengt und uneitel, genauso ungekünstelt und unverkrampft… Einfachheit ist Freiheit, Lebendigkeit, Klarheit. So einfach wie die Luft, so frei und ungehindert wie die Luft. … Der einfache Mensch nimmt sich selbst nicht so wichtig oder zu ernst. Frohgemut geht er seines Weges, leichten Herzens, mit sich selbst im Reinen, ohne Ziel, ohne Wehmut, ohne Ungeduld. Die Welt ist sein Reich, und sie genügt ihm. Die Gegenwart ist seine Ewigkeit, und sie entzückt ihn. Er braucht nichts unter Beweis zu stellen, weil er nicht den Schein wahren muss, und nichts zu suchen, weil alles vor ihm liegt. Was ist einfacher als Einfachheit? Was leichter?

Das ist mein Ziel für meine restlichen Tage: Einfachheit!

Bliib gsund und heb dir Sorg!

Herzliche und fröhliche Grüsse

Marcel Wort-Maler und Zuhörer

Zitat:

Nicht unserer Vorväter wollen wir trachten uns würdig zu zeigen – nein: unserer Enkelkinder!» Bertha von Suttner (Österreichische Schriftstellerin und Pazifistin; Friedensnobelpreis 1905; 1843-1914)

Für Morgen als Bild überlegt, aber noch am grübeln… der Hausschuhschlürfer

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